Der Schütze Tell
1996
Über das Stück
Gallus Graf, ein kurliger Mensch, führt seit Jahren einen Theaterverleih. Früher als die Leute noch seinen Rat in Sachen Theater brauchten, war er der stolze Gallus, den jede Theatergruppe aufsuchte, wenn es wieder Herbst wurde und man Schwänke einstudierte. Und tatsächlich, sein Kasten ist noch voll der lustigen und dramatischen Stücklein. Doch niemand begehrt sie heute mehr. Auch die Kostüme sind von den Motten zerfressen, die Gegenstände mit Staub bedeckt. Und weiterhin ist er Tag für Tag in seinem Verleih, selten, dass sich jemand dorthin verirrt.
Als kleiner Junge spielte Gallus mit seiner Mutter in einer Tellaufführung mit. Als die Mutter zu Gessler sagte, er solle nur über sie hinwegreiten, glaubte Gallus, es sei ernst und schrie wie am Spiess. Dieses Erlebnis liess in Gallus eine Hassliebe zu Willhelm Tell wachsen und er wurde ein leidenschaftlicher Sammler von Tellkostümen und -requisiten. Eine geschnitzte Tellstatue wird zu seinem Gesprächspartner. Verirrt sich dennoch jemand in seinen Laden, versucht er ihm den Tell anzudrehen. Doch den «alten Schinken» will niemand mehr aufführen.
Aber für Gallus ist das der Moment, wo Tell vom Sockel steigt und die alten Kostüme zu leben beginnen. Er selber taucht in seine Lieblingsfigur, die Berta von Bruneck und hofft vergeblich, dass es ihr diesmal gelingt, warhaftig geliebt zu werden.

Hansjörg Schneider
Auf der Bühne
Schauspieler/innen dieser Produktion.
Hinter den Kulissen
Mitwirkende dieser Produktion
Sponsoren
Herzlichen Dank an die Sponsoren,
die diese Produktion unterstützten.
die diese Produktion unterstützten.



















